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An einem Abend im Herbst, saß
ein Mann in einer Taverne, weit ab von dem Volke das dort gewöhnlich
verkehrte. Um ihn herum ein paar seltsame Gestalten, sie schienen
ihm zuzuhören,
denn ihr Blick lag gebannt
auf seinen Lippen. Derweil geschah es, das außerhalb der Taverne,
der Wind sich aufbäumte schon fast zum Sturme. Regen peitschte über
das Land und die Blätter des Waldes, die eben noch, bei den
Letzten Strahlen der Sonne in den Farben des Regenbogens
schimmerten, fielen zu Boden. Der Vorhang aus Kälte und Nebel,
Vorbote des Winters legte sich langsam um diese kleine Welt,
jedoch unnatürlich Früh. In der Taverne derweil, prasselte ein
wohlig warmes Feuer im Kamin, das Bier floss in strömen, und
reichlich gutes Essen stand bereit. Nun um wieder auf jenen Mann
zukommen, er sah aus als ob er viele Tage und Nächte, kein Dach
überm Kopf zum schlafen, keinen Zuber zum waschen, und kein Feuer
zum wärmen gehabt hätte. Also das was die „Anständigen
Leute“ jener Gegend ein Gutes Haus und Heimstatt nannten. Und
dem war auch so, er war in Wirklichkeit schon Wochen, nicht Tage
in der Wildnis unterwegs um Nachrichten zu sammeln, Botschaften
zubringen und Ausschau zu halten. Warum und wozu fragt ihr euch!?
Nun Jener eine war, obgleich er schäbig und wie ein Bettler
zerlumpt aussah, niemand anderer als ARAGORN der Waldläufer,
dessen Sippe nahe beim Berg im Sporkenwald wohnte. Er war Freier
einer Gemeinschaft die hier noch unerwähnt bleiben soll. In deren
Auftrag er tief in die Wälder, weit übers Land und Hoch auf die
Berge wanderte. So sah und hörte er vieles, was im Lande westlich
des Großen Stromes, vor sich ging.
Aber warum begab er sich auf
diese Fahrt, mögt ihr euch fragen? Nun um das zu beantworten,
bedarf es etwas Geduld von euch und einiger Worte von mir.
Alles begann im Monat Brachet
des Jahres 2005 n.d.Zw=(nach der Zeitenwende), die Gemeinschaft zu
der auch Aragorn gehörte, traf sich wie seit Anbeginn
ihres Bestehens, in einer Hütte. Diese lag auf einer Lichtung,
die von einem Hügel umgeben war, auf dem Bäume vielerlei Art
ihren stand hatten. Ich benenne diesen Ort einmal des Aussehens
wegen Waldhügeltal, mag er auch von manchen, anders
benannt werden. Nun wie dem auch sei, bei diesem Treffen fand sich
die Gemeinschaft ein zum Thing, dem Rat der Freien. Aragorn musste
nun Berichten, das der Auftrag den er im Julmond des Jahres 2004
n.d.Zw erhalten hatte, Fehl gegangen war und er alleine ward es
Schuld. Man hatte ihm den Auftrag gegeben eine Botschaft, an
seinen Vetter Harm Wulf, dessen Heimstatt nur wenige
Wegstunden, östlich des großen Stromes, den man auch Grenzfluss
nannte lag, vorm Brachet des nächsten Jahres zu überbringen. Da Aragorn
sich des Inhalts sehr wohl bewusst war, schob er den Botengang
immer und immer wieder auf, denn wie heißt es doch so trefflich,
schlechte Nachricht ist ein schlechter Gast. Nun die Monate zogen
ins Land und so kam es, das es Sommer wurde, der Brachet und damit
der Thing bevor stand, und die Botschaft nie an kam, denn sie ging
nie los. Die Gemeinschaft als sie dies hörte, war sehr erbost über
diesen Wortbruch. Sah man doch das Wort, eines der ihren, eines
Freien der Gemeinschaft, als überaus hoch und gewichtig an. Denn
das Wort das sie alle verbannt, ob Mann Frau oder Kind, gleich
ihrer Herkunft hatte dasselbe Gewicht. Das Wort war die
Gemeinschaft, könnte man sagen. Schließlich nach langer
Beratung, vielem für und wieder, entschloss man sich Aragorn
für seinen Eidbruch zu strafen. Doch wie soll man solch Vergehen
entlohnen, fragt ihr euch? Nun ihm wurde auferlegt, vom Tage des
Things an bis zur nächsten Zusammenkunft, keine Waffe egal ob
Speer, Schwert, Axt, oder Schild zutragen. Damit nahm man ihm die
Freiheit und er wurde Unfrei. Doch nicht alles war es, außerdem
sollte er sich zum Julmond hin neu beweisen und so brach er auf,
zu einer langen und gefahrvollen Fahrt!
Die
lange Fahrt hin und wieder zurück
Für Aragorn ward es ein
schwerer Schlag, seine Waffen und den Schild mit seinem
Wahrzeichen, zurück lassen zu müssen. Jedoch viel leichter fiel
es ihm, da sich Durin ein guter Freund anbot, diese, für
ihn zu Verwahren. Und er wusste ja auch, daß er es war, der in
der Schuld der Gemeinschaft stand. So übergab er sein Hab und Gut
Durin zur Verwahrung. Nachdem die Gemeinschaft auseinander
gegangen war, überlegte er, wie er ihnen zu Diensten sein konnte.
Da er dem Sieg über die Dunkelheit, den sie gefeiert hatten,
nicht so ganz traute zog er nun aus, um Nachrichten zusammeln.
Sein erster Weg führte ihn in den Sporkenwald wo er hoffte,
Zeichen des Feindes zu finden und so die Spur wieder aufnehmen zu
können. Im Sporkenwald seiner Heimat wie zuvor berichtet, lag
eine Hütte ganz in der nähe zum Waldhügeltal, dort schlug er
sein Lager auf und von hier begannen viele seiner Wanderungen.
Oftmals führte ihn sein Weg, zum Haus seines Bruders Dankward,
um Rat zu erbitten und ihn manchesmal auch zu geben, doch oft um
Nachrichten auszutauschen. Nun das Haus von Dankward und
seines Weibes Manadis, die das soll hier erwähnt sein,
eine Kundige der Kräuter und Früchte, von Wiese und Feld war und
ebenso noch mancherlei anderer Dinge aus der Vorderen zeit, lag in
großer nähe zu dem Berg den die Gemeinschaft als Thingstatt erwählt
hatte. Auf ihm befand sich die alte Weihestatt, des Volkes aus dem
Dankwart und seine Sippe entspringt. Doch liegen sie in Trümmern
dar, überwuchert von vielerlei Pflanzen und des Waldes Moos, fast
vergessen von den Menschen, wären da nicht jene, die es sich zur
Aufgabe gemacht haben, das Wissen um das Vordere Volk zu bewahren.
Der Berg war nicht ein kahler Fels, auf dem nur Kraut und Moos
wuchs, sondern auf ihm und um ihn herum wuchsen die Bäume des
Sporkenwald. Jedoch da auf ihm die Weihestatt der Alten lag und so
der Berg selbst geheiligt ward, zog es viele Diener des Feindes
dorthin. Nicht dulden wollten sie daß an jenem Ort, dem Lichte
gedacht wurde, noch die Völker des Lichtes dort gehen. So kam es
das Dankward der viel wanderte und in Botschaft mit den
Anderen der Gemeinschaft stand, die Wacht über den Berg hielt.
Aragorn jedoch, wanderte zum Berg um die Spur des Feindes auf
zunehmen und ihn dann zu beschatten, denn vielerlei Ränke
schmiedete der Feind und vieles geschah im Dunkeln. Der Waldläufer
wurde auf eine harte probe gestellt, denn die Diener vom Feind
sind zwar meist von grober Natur und trampeln oft alles nieder was
ihren Weg kreuzt, doch seine Späher und die höheren seiner
Kreaturen, wissen sehr oft um heimliche Wege und wie sie
unentdeckt bleiben können. Es kam das die Brüder zusammen saßen,
Nachricht und Botschaft austauschend als es sich ihnen offenbarte,
der Feind war zurückgekehrt und seine Diener mit ihm. Noch trat
er nicht selbst hervor, doch seine Diener wagten hier und da einen
Angriff, nicht ernst und von Siegeswillen, aber sie erprobten die
Stärke und die Wachsamkeit ihrer Feinde. Die Zeichen waren klar,
das Wetter sonst eher sanft und mild im Sporkenwald, ward plötzlich
Rau und Unstet. Vorher fiel der Regen, zur rechten Zeit und im
rechten Maß, der Wind war von sanfter Natur, die Sonne beschien
die Früchte des Feldes mit langsam steigender Kraft und der Kälte
war im Frühjahr und Sommer Einhalt geboten, also alles im guten
Maß wie man so sagt. Jetzt aber wurde es anders, und alles
geschah zur Unzeit und im Übermaß. der Regen fiel gleich einem
Wasserfall vom Himmel hernieder, die Sonne versengte das Land, der
Wind tobte voll Zorn und riss sogar große uralte Bäume aus der
Erde, ja sogar die Kälte war gekommen und erfror die Feldfrüchte.
Und damit war klar, die Diener des Dunkels waren ins Land
gekommen. Es waren die Eis Wind und Steinriesen die Mächtigen des
Feindes, doch wenn sie da waren, mussten auch andere Kreaturen
gekommen sein, Geister der Nacht, Unholde, Wölfe, dunkle Menschen
und viel böses Getrier, alles Diener des Feindes und Anhänger
der Dunkelheit. So kam man überein, daß Botschaften an die
Getreuen entsandt und die Wege des Feindes erspäht werden
mussten. Aragorn der nun einmal eher alleine, als in großer
schar zu wandern pflegte machte sich zu einer langen Fahrt auf.
Doch auch Dankward war nicht müßig, im Gegenteil er
sandte viele Botschaften und durch wanderte das ganze Land auf der
suche nach Hilfe und nach Zeichen. So kam es das er sogar den großen
Storm den Grenzfluss wie er heißt überschritt und in die Lande
von Wulf Harm kam und ihn besuchte, um Kunde zubringen und
mit seinem Vetter Rat zuhalten, doch dies wird anderswo erzählt.
Aragorn seinerseits, machte sich von seines Bruders Heim auf und
besuchte die Heimstatt von Durin, dessen Sippe ihr Lager in
der nähe zu den drei Weihern aufgeschlagen hatte. Hier angekommen
berichtet Aragorn, was er wusste und welchen Rat er bei Dankward
erhalten hatte. Es war ihnen klar, dass es wieder Zeit wurde, sich
zum Kampfe zu rüsten. Und Aragorn, bat Durin die
Waffen die er ihm zur Obhut gegeben hatte, bereit zuhalten und zu
schärfen, in der Hoffnung auf die Gnade der Gemeinschaft, deren
Zusammenkunft bald bevor stand, wollte er doch mit Waffenkraft dem
Feind die Stirn bieten.
Man erzählt sich, das Aragorn
folgende Worte zu Durin, in dieser Zeit Sprach.
Nicht alles, was Wert ist
funkelt,
nicht jeder, der wandert verlorn.
Das Alte wird nicht verdunkelt,
solang nicht die Wurzeln erfrorn.
Aus Asche wird Feuer geschlagen,
aus Dunkelheit geht Licht hervor.
Heil wird die verwundete Gemeinschaft,
und Freude dem, der die Freude verlor.
Mit diesen Worte die die
letzten sind, welche man von ihm zu dieser Zeit vernahm, zog er in
die Weiten des Landes und ward von da an nicht mehr gesehen und
keine Botschaft kam mehr von ihm. Aragorn jedoch fand was
er suchte, eine Spur des Feindes, sie war kaum zusehen, aber doch
vorhanden. Und es betrug sich, dass er die Spur einer dunklen und
wahrhaft bösen Kreatur fand, wie später berichtet wurde. Er
versuchte der Spur zu folgen und die Kreatur zu erblicken, was ihm
letztendlich auch gelang und der Anblick war gar fürchterlich. Es
war ein Schattengeist! Aus den verruchten Landen, in der Gestalt
eines Hundes von großer Grausamkeit, in dessen Blick sich der Haß
auf alles was da lebt und gedeiht spiegelte, ward er gekommen. In
Gestalt eines Hundes zwar, doch hier und da aufrecht auf zwei
Beinen, die Vorderklauen zum reißen seiner Opfer nutzend ging der
Geist. Er war von so großer Wachsamkeit in seinem Tun, das Aragorn
alle Kunst aufbieten musste um unentdeckt vom Hund zubleiben. So
geschah es das er nicht seiner flanken achtete und von niederen
Kreaturen des Feindes angegriffen wurde, da er aber ohne Waffen
war wie schon berichtet, musste er fliehen selbst vor dem
geringsten seiner Feinde. Und so durchstreifte er die Lande, ohne
Macht über seinen Geist, der sich bald hierhin bald dorthin wand. |
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