…müde ließ sie sich auf eine Bank sinken, das Wenige, das sie auf ihrer immerwährenden Wanderung bei sich trug, stellte sie neben sich auf den Boden. Das kleine Tier, das sie immer begleitete -manche sagen es sei ein Hund- rollte sich auf der Bank neben ihr zusammen. Die Wärme der Taverne ließ ihr schlagartig ihre Müdigkeit bewusst werden und sie wollte nach einem kleinen Mahl alsbald eines der Zimmer aufsuchen, als ihr ein Graubärtiger in einer der Ecken der Taverne auffiel- irgendetwas an ihm war anders, er schien wie sie bereits viel gesehen zu haben und sie erkannte an einem Amulett das er trug, daß auch er dem alten Weg zu folgen schien. Ein Lächeln huschte kurz über ihr vernarbtes Gesicht. Sie stand auf und ging herüber...

"Macht es dir etwas aus, wenn ich mich zu dir setze?" Sie wartete die Antwort nicht ab und setzte sich neben ihn. Zögerlich begann sie ihn in ein Gespräch zu verwickeln und irgendwann zu späterer Stunde begann sie zu erzählen:
"Ich komme aus der Ferne einige Tagesmärsche von hier entfernt. Eines Tages musste ich aus meinem Dorf fort- man hatte bei uns in den Bruchlanden schon länger den alten Weg des Glaubens verlassen und ich wurde immer weiter aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen, gemieden und irgendwann wurde es gefährlich dort für mich. Man schimpfte mich Hexe" sie lachte auf, es klang bitter "Unrecht hatten sie nicht ganz, aber ich stand nie mit dunklen Mächten im Bund , so wie sie es behaupteten. Von meiner Großmutter lernte ich die Kunst des Heilens und des zweiten Gesichtes. Da Menschen immer das Angst macht, was sie nicht kennen, wurden die Menschen in meinem Heimatdorf mir gegenüber immer feindseeliger. Als dann der Hengist an einer Krankheit starb, musste ich fliehen, denn man sagte, ich hätte ihm dies angetan.
So ziehe ich nun durch die Landen, verdinge mich als Heilerin und Hebamme und ziehe das ein oder andere Mal mit Kriegern, um ihnen als Feldtscherin Dienste zu erweisen. Auf einem dieser Züge verwundete man mich und seit dieser Zeit trage ich die zwei Narben im Gesicht." Schweigend lauschte der Graubärtige ihrer Geschichte und starrte dabei in seinen Krug.

Dieses Treffen ereignete sich 2002 n.d.Zw und irgendwann schloß sich Syr der Rabenschar an. Wann immer es ging, machte sie sich auf den langen Weg in den Sporkenwald, um die Gefährten zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen und zu feiern. Seit der Wintersonnenwende des Jahres 2005 n.d.Zw ist sie von der Gemeinschaft zur Thingsprecherin gewählt…

 

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